
Bildungswege im Portfolio sichtbar machen
Datum: Mi., 06.10.2027 00:00 - Do., 07.10.2027 00:00
Belegungscode: 52769
Für wen dokumentieren wir eigentlich?
Portfolios gehören in vielen pädagogischen Einrichtungen selbstverständlich zur Bildungsdokumentation. Sie halten Erlebnisse, Projekte und Entwicklungsschritte fest. Doch welche Bedeutung haben diese Seiten für das Kind selbst? Und wie kann Portfolioarbeit so gestaltet werden, dass sie nicht nur pädagogische Angebote abbildet, sondern den individuellen Bildungsweg des Kindes sichtbar und nachvollziehbar macht?
Aus der Perspektive des Kindes wird das Portfolio zu einem persönlichen Schatzbuch. Es zeigt nicht nur fertige Ergebnisse oder große Entwicklungsschritte, sondern auch Fragen, erste Versuche, Umwege, neue Ideen und selbst gefundene Lösungen. Das Kind kann erkennen:
Hier habe ich angefangen.
Das habe ich ausprobiert.
Das war schwierig.
Das hat mir geholfen.
So bin ich weitergekommen.
Eine solche Dokumentation stärkt die Selbstwirksamkeit: Das Kind erfährt nicht nur „Das kann ich jetzt“, sondern auch „Ich kann lernen, Herausforderungen bewältigen und meinen eigenen Weg gestalten.“ Diese Erfahrung kann es – im übertragenen Sinne – unter den Arm klemmen und gestärkt in neue Situationen mitnehmen.
Gleichzeitig schärft eine prozessorientierte Portfolioarbeit den professionellen Blick der Fachkräfte. Sie lenkt die Aufmerksamkeit auf die kleinen Spuren des Wachsens: auf ausdauerndes Ausprobieren, veränderte Strategien, eigene Entscheidungen und den Mut, nach einem Misserfolg neu zu beginnen.
Im Seminar beschäftigen sich die Teilnehmenden damit, was ein Portfolio auszeichnet und wodurch es sich von einer Sammelmappe oder der Präsentation pädagogischer Angebote unterscheidet. Lerngeschichten werden als Möglichkeit aufgegriffen, Bildungsprozesse wertschätzend zu beobachten, zu erzählen und gemeinsam mit dem Kind weiterzudenken.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Mitbestimmung der Kinder. Sie können Fotos auswählen oder ablehnen, eigene Aussagen einbringen, Seiten kommentieren und mitentscheiden, was in ihr Portfolio gehört und wer es ansehen darf. So entsteht keine Dokumentation nur über das Kind, sondern gemeinsam mit ihm.
Ein umfangreiches Ideenbuffet mit erprobten Praxisimpulsen zeigt Alternativen zu vorgefertigten Seiten. Offene Gestaltungsformen, kurze Lerngeschichten und alltagstaugliche Dokumentationsideen laden zum Ausprobieren ein. Dabei wird deutlich: Hochwertige Portfolioarbeit muss nicht aufwendig sein. Wenn Kinder aktiv beteiligt und Beobachtungen unmittelbar in den Alltag integriert werden, kann sich eine zusätzliche Dokumentationsaufgabe zu einem lebendigen Schatzbuch entwickeln.
Lernziele
Die Teilnehmenden:
Das Seminar verbindet fachliche Impulse mit praktischer Erprobung, Austausch und zahlreichen direkt umsetzbaren Gestaltungsideen. Eigene Portfolioseiten, Lerngeschichten oder anonymisierte Praxisbeispiele können gerne mitgebracht werden
Rund um deine Buchung
Fördermöglichkeiten (NRW)
Anmeldung möglich
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