Details zu Ihrem Seminar

Bildungsurlaub und Seminare für politisch Interessierte

Online-Seminar: Rechte Desinformation damals und heute

Mo, 12.04., 10:00 Uhr – Do, 15.04.2021, 16:00 Uhr
Belegungscode: 40219

 

Das Seminar beinhaltet zwei Online-Seminare im März und April.

 

Desinformation als Aushöhlung der Realitätswahrnehmung funktioniert damals wie heute. Durch einen wiederholten Kontakt werden Desinformationen vom Menschen aufgenommen, als vermeintliche Mehrheitsmeinung angenommen und akzeptiert. Einmal geglaubte Informationen zu korrigieren, ist überaus schwierig. Desinformation wird heute vor allem über das Internet und Web 2.0 verbreitet. Die (extreme) Rechte hat das Potenzial längst erkannt und nutzt soziale Netzwerke und Messengerdienste gezielt und strategisch, um User:innen weltweit an eine rechte Ideologie heranzuführen, Menschen zu vernetzen und die Umsetzung ihrer antidemokratischen Ziele zu planen.

Doch ist Desinformation kein neues Phänomen: Schon im Nationalsozialismus wurden rechte Mythen geschaffen, durch die sich die Nationalsozialisten der vermeintlich eigenen Tradition und Ideologie vergewisserten. Mit dem Mythos vom germanischen Kernland wurde für Ostwestfalen-Lippe ein bis heute wirkmächtiger Mythos für die extreme Rechte geschaffen. Orte wie die Externsteine, das Hermannsdenkmal, die Wewelsburg und das vermeintliche Grab von Widukind in Enger können bis heute als extrem rechte Erinnerungsorte verstanden werden.

Vor dem Hintergrund aktueller Diskurse setzen wir uns im Seminar mit verschiedenen Akteuren und Erscheinungsformen extrem rechter Desinformation auseinander: Welche Plattformen sind momentan populär und welche Inhalte werden verbreitet? Welche Strategien stecken dahinter? Und vor allem: Wie können wir diesen Phänomenen in unserer pädagogischen Arbeit präventiv begegnen?

Ergänzend werden wir am Beispiel der Externsteine, mit Einheiten vor Ort, der Wirkmächtigkeit historischer Desinformation nachgehen, und Möglichkeiten der historisch-politischen Bearbeitung dieser Themen kennenlernen, selbst erproben und diskutieren.

Neben der fundierten inhaltlichen Auseinandersetzung mit diesen Themen legt das Seminar einen Schwerpunkt auf die Vorstellung und Erprobung didaktischer Methoden für die Bildungsarbeit und richtet sich daher insbesondere an Praktiker:innen der politischen Jugend- und Erwachsenenbildung, Pädagog:innen sowie Multiplikator:innen.

 

Inhalte des Seminars werden sein:

• Phänomenbereich Rechtsextremismus: Ideologien, Weltbilder und zentrale Akteure der extremen Rechten

• Vernetzter Hass: Rechte Agitation in digitalen Räumen

• Unwissenheit. Fehlinformation, Desinformation und Fake News – begriffliche Schärfung

• Rechte Desinformation damals und heute

• Historisch-politische Bildung vor Ort: Die Externsteine als heilige germanische Kultstätte?

• Das Projekt MyHistoryMap OWL: Ziele, Ergebnisse, Lessons Learned

 

• Bildungsarbeit im Themenfeld Rechtsextremismus: Fallstricke, Herausforderungen und Handlungsstrategien

• (digitale) Methoden in der politischen Jugendbildung zum Thema

• Methoden in der historisch-politischen Jugendbildung

 

Die Teilnahme ist auf 15 Personen begrenzt, es sind jedoch noch Plätze frei. Melden Sie sich bei Fragen gerne unter: f.tiemann@haus-neuland.de

 

Bitte geben Sie bei der Anmeldung an, inwieweit Sie Praktiker:in der politischen Jugend- und/oder Erwachsenenbildung sind.

 

Seminarleitung / Dozentinnen bzw. Dozenten:

Frank Huismann
M.A., Historiker und Ausstellungskurator
Steffen Steinmann
MA Soziologie, Bielefeld
Felix Tiemann
B.A. Geschichts- und Sozialwissenschaften, Kulturmanager, Bielefeld
Barbara Westhof
Erziehungswissenschaftlerin, Bildungsreferentin Bremen

Teilnahmebeitrag/ Förderung

Für diese Fortbildung kann Bildungsurlaub NRW beantragt werden.

Buchungszentrale

Pia Cindric
Silke Maaß
Janine Zäch

buchungszentrale(at)haus-neuland.de
fon: 05205 9126-33

Pia Cindric, Silke Maaß, Janine Zäch