Die Kita als Lernort für Demokratie

Partizipation und Selbstbestimmung von Anfang an

Cartton von Renate Alf, zu dem Thema Partizipation von Kindern in der Kita. Es ist eine Situation im Kindergartenalltag abgebildet, die Kinder haben mitbestimmt, dass die Kita nun Pipikakafurz heißt.© Renate Alf

Im Kinderbildungsgesetz NRW ist verankert, dass Kinder zur gleichberechtigten Teilhabe an der Gesellschaft befähigt werden sollen. Sie sind „… bei allen sie betreffenden Angelegenheiten alters- und entwicklungsgerecht zu beteiligen.“ (KiBiz, SGB VIII, §13 (Fn6))

Im pädagogischen Alltag sieht die Gestaltung eines partizipativen Miteinanders aber meist schwieriger aus. Fachkräfte und Eltern werden oftmals vor eine Zerreißprobe gestellt, die Anforderungen der Fürsorgepflicht und des Kinderrechts auf Partizipation in Einklang zu bringen.

Das Modellprojekt „Die Kita als Lernort für Demokratie – Partizipation und Selbstbestimmung von Anfang an“ gibt 10 Kitas aus der Region Ostwestfalen-Lippe die Möglichkeit, sich mit der eigenen Haltung zur Partizipation auseinanderzusetzen, indem alltagsbezogene Herausforderungen und mögliche Bedenken reflektiert werden. Aufbauend darauf werden gemeinsam in der Kita individuelle Konzepte erarbeitet, die es ermöglichen, Partizipation auf allen Ebenen zu etablieren. Während eines Zeitraumes von zwei Jahren werden die Teams in den Kitas vor Ort bei der Umsetzung ihrer Partizipationskonzepte begleitet. Dabei werden Themen aus dem Alltagsleben der jeweiligen Kita berücksichtigt und eingebunden.

Langfristiges Ziel ist, die gemeinsam erarbeiteten Konzepte und Ansätze im Kita-Alltag zu verankern und einen Austausch über die Projektphase hinaus zu ermöglichen. Dazu soll insbesondere die parallel angelegte Fortbildung zur Fachkraft für Partizipationsprozesse in der Kita beitragen, an der jeweils 1 bis 2 Teammitglieder aus den 10 Modell-Kitas teilnehmen. Hier werden Inhalte vertieft und ausgeweitet. Außerdem werden methodische und technische Fertigkeiten vermittelt, die den Teilnehmer*innen dabei helfen sollen, auch nach der Projektzeit kompetente Ansprechpartner*innen für das partizipative Miteinander in der Kita zu sein.

 

Kitakind, dass den Zeigefinger hebt
Inhaltliche Schwerpunkte

Selbst- und Mitbestimmungsrechte für Kinder unter 3 Jahren

Insbesondere die Selbst- und Mitbestimmungsrechte von Kindern unter drei Jahren im Kita-Alltag werden analysiert und ausgeweitet.

Konzepte und Ansätze interkultureller Zusammenarbeit

Eine gelungene Zusammenarbeit mit Eltern trägt zur erfolgreichen Umsetzung von Partizipationskonzepten in der Kita bei. Eine multikulturelle und vielsprachige Gesellschaft wird hier nicht außer Acht gelassen.

Online-gestützte Formen der Beteiligung

In Hinblick auf Demokratisierungsprozesse in Kitas und Gesellschaft, haben die Fachkräfte die Möglichkeit ihre Erfahrungen mithilfe medienpädagogischer Ansätze zu reflektieren.  Neue Formen der Beteiligung werden im geschützten Rahmen getestet und auf Alltagstauglichkeit überprüft.

 

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Das Modellprojekt „Die Kita als Lernort für Demokratie – Partizipation und Selbstbestimmung von Anfang an“ wird im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ durch das BMFSFJ gefördert.       

 

Das Modellprojekt wurde von der Bildungsstätte Haus Neuland initiiert und ist im Januar 2020 gestartet. Es ist damit Teil der zweiten Förderperiode des Bundesprogramms „Demokratie leben!“, das handlungsleitend unter den Kernzielen Demokratie fördern, Vielfalt gestalten und Extremismus vorbeugen steht.

 

Das Teilnahmeentgelt pro Kita beträgt 200€.

Interessierte Kitas und Fachkräfte aus Ostwestfalen-Lippe sowie Referent*innen sind herzlich willkommen, an dem Modellprojekt teilzunehmen!

 

Angela Hanswillemenke. 

Angela Hanswillemenke

Projektkoordination "Partizipation in der Kita"

fon: 05205 9126-27
partizipation.kita(at)­haus-neuland.de

 

Julienne Gliniors 

Julienne Gliniors

Projektreferentin / Öffentlichkeitsarbeit "Partizipation in der Kita"

fon: 05205 9126-66
presse.kita(at)­haus-neuland.de