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Zivil-militärischer Dialog

Die Entdeckung der Germanen

Germanenideologie und Rechtsextremismus in Deutschland
Mo, 17.06., 10:30 Uhr – Mi, 19.06.2019, 13:00 Uhr
Belegungscode: 34036

 

Cherusker, Goten, Sachsen und Wikinger – lange bekannte Stammesnamen erhielten seit dem frühen 19. Jahrhundert eine völlig neue Aufmerksamkeit. Sie wurden als Teil der Germanen gesehen, die man als direkte Vorfahren der Deutschen betrachtete. Im neu entstehenden deutschen Nationalismus wurden „die Germanen“ zur Projektionsfläche unterschiedlichster politischer Erwartungen. Politische Mythen und Sagen bildeten sich aus, die auch durch die Nationalsozialisten im Sinne ihrer ideologisch-rassistischen Weltanschauung vereinnahmt wurden. Bis heute wirken diese Zuschreibungen stark in die rechtsradikale Szene hinein. Nationalistische und auch neuheidnische Gruppen beziehen sich weiterhin unmittelbar auf angeblich vorbildliche germanische Stämme.

Diese Entwicklungen verdichten sich bis heute in Ostwestfalen, wo man früh das Zentrum germanischer Geschichte auszumachen glaubte. Hier, so die allgemeine Auffassung, hatten germanische Krieger die Römer in der Schlacht im Teutoburger Wald besiegt. Und rund um die Externsteine wollte vor allen Dingen Wilhelm Teudt zahlreiche „Germanische Heiligtümer“ identifiziert haben. Schließlich ließ auch Heinrich Himmler in dieser Umgebung in Wewelsburg einen ganz besonderen Treffpunkt für die SS-Generalität einrichten.

Der so entstandene Germanenmythos ist in den letzten Jahren wieder präsenter geworden. In Filmen und Serien, in Internet-Foren, die sich mit Geschichte auseinandersetzen oder schlicht als Aufmacher auch in seriösen Zeitschriften. Außerdem kommt das Thema in verschiedenen jugendlichen Subkulturen vor. Oft spielt auch die szenische Darstellung der Germanen eine Rolle, so z. B. in der „Living History“-Szene. Dadurch entsteht eine Erlebniswelt, die gerade für Jugendliche und junge Erwachsene sehr attraktiv ist. Das alles ist gleichzeitig ein Einfallstor für rechtsradikales Gedankengut.

Im Seminar werden wir unter anderem vor Ort an Hermannsdenkmal und Externsteinen dem Ursprung und Entwicklung des Germanenmythos nachgehen.

 

Seminarleitung / Dozentinnen bzw. Dozenten:

Nadja Bilstein
Fachbereichsleiterin Politische Akademie, Haus Neuland; Trainerin der Erlebnispädagogik und Niedrigseilgarten
Frank Huismann
M.A., Historiker und Ausstellungskurator

Teilnahmebeitrag / Förderung

65,00€ für das Seminar inkl. Tagungsverpflegung.
140,00€ für das Seminar inkl. Vollpension und Übernachtung im Doppelzimmer Komfort.
165,00€ für das Seminar inkl. Vollpension und Übernachtung im Einzelzimmer Komfort.
Für diese Fortbildung kann Bildungsurlaub NRW beantragt werden.

Buchungszentrale

Pia Kronshage
Silke Maaß
Janine Zäch

fon: 05205 9126-33
buchungszentrale(at)haus-neuland.de

Pia Kronshage, Silke Maaß, Janine Zäch