Die Zimmer im Roten Haus sehen heute doch etwas anders aus als damals.
Heute müsste dieser Teilnehmer seine Pfeife draußen anstecken...
Schlichte Ausstattung - aber in den Zimmern im Roten Haus hielt sich ohnehin keiner länger auf, das Leben tobte woanders - damals wie heute.

1960 bis 1969

11. April 1964

Ein Erweiterungsbau des heutigen „Lila Hauses“ wird eingeweiht.

Sechziger Jahre

Im Haus Neuland finden Wochenendseminare für Schüler und Studenten statt, die Professor Dr. Ulrich Lohmar MdB und Alois Hüser gemeinsam mit Ilse Lindau organisierten. Es waren Seminare mit 200 bis 500 Schülern, die das Defizit an politischer Bildung und gelebter Demokratie spürten, das sich dann ab 1966 in der „Außerparlamentarischen Opposition” Ausdruck verlieh. Dieses Kapitel der Neuland-Geschichte bleibt noch zu beschreiben. Fest steht, dass die Seminare für Primaner und Studierende das heutige Verständnis von Haus Neuland entscheidend prägten.

Um 1967 herum entsteht die politische Familienbildungsarbeit in Haus Neuland (Reihe „Familie heute”). Themen waren Fragen von Erziehung und Schule. Es handelte sich um Modellseminare, die von der Landeszentrale für politische Bildung NRW gefördert und mit einer großen Expertentagung ausgewertet wurden; die Ergebnisse führten dazu, dass landesweit politische Familienbildung gefördert wurde.

Ab August 1970 folgte die Seminarreihe „Demokratie in der Familie”, wo Inhalte zur Einübung demokratischer Erziehungsstile und Themen wie: „Kritische Eltern – kritische Kinder”, „Neue Familien und Erziehungsformen” oder „Sexualerziehung in der Familie” im Vordergrund standen und in einem weiteren Modellversuch zur Familienbildung (1972 bis 1975) einmündeten.
Hilde Junker-Seeliger, die diese Arbeit zunächst ehrenamtlich neben ihrer Tätigkeit beim DGB-Bundesvorstand geleistet hatte, übernahm 1971 hauptamtlich die Pädagogische Leitung Haus Neulands.

Aus den Familienseminaren erwuchs die Idee des Arbeitskreises Verbraucher e.V., den Hilde Junker-Seeliger gründete und mit dem sie in Haus Neuland – landesweit ziemlich einmalig – die Verbraucherbildung begründete. Parallel initiierte sie die ersten Seminare speziell für ältere Mitbürger und führte in diesem Zusammenhang ein Projekt zur Geschichte der Sozialistischen Arbeiterjugend in Ostwestfalen-Lippe und zu den Anfängen Neulands durch (vgl. B. Brücher/G. Hartmann, „Hebt unsere Fahnen in den Wind! Bilder aus der Geschichte der Sozialistischen Arbeiterjugendbewegung in Ostwestfalen und Lippe“).