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11.12.2017

Neue Experten für politische Jugendmedienbildung

Die Train@JuMP-Fachkräfte beim Gruppenfoto.

Erfolgreich zertifiziert: Die Teilnehmenden der Train@JuMP-Fortbildung in Haus Neuland sind jetzt Fachkräfte für politische Jugendmedienbildung.

Zwölf Fachkräfte schließen Zertifikatsfortbildung Train@JuMP in Haus Neuland erfolgreich ab

Bielefeld/Rheda-Wiedenbrück/Rees. Sie wissen jetzt, wie man Jugendliche mit digitalen Medien begeistert und ihnen dadurch Partizipation und Mitbestimmung ermöglicht: Zwölf frischgebackene „Fachkräfte für politische Jugendmedienbildung“ haben Anfang Dezember in der Bielefelder Bildungsstätte Haus Neuland ihre Zertifikate erhalten. Unter ihnen sind pädagogische Fachkräfte wie Sozialarbeiter und Streetworker, aber auch Studierende und Berufsanfänger, überwiegend aus NRW.

„Wir arbeiten mit pädagogischen Fachkräften aus ganz unterschiedlichen Berufsfeldern und bilden sie zu Multiplikatoren in Sachen digitale Medien und Partizipation aus – so wollen wir Jugendliche in ihrer eigenen Lebenswelt erreichen und in ihren Beteiligungschancen stärken“, erklärt Johanna Gesing, Leiterin des Projektes „JuMP – Jugend, Medien, Partizipation“ in Haus Neuland. Die Zertifikatsfortbildung „Train@JuMP – Fachkraft für politische Jugendmedienbildung“ ist neben vielen Workshops und Seminaren für Jugendliche eines der wichtigsten Formate im Projekt JuMP. Zum Abschluss der Fortbildung, die sich über ein knappes Jahr erstreckt und fünf Module umfasst, haben die Teilnehmenden ihre begleitend zur Fortbildung erstellten Konzeptideen für eigene Projekte vorgestellt.

Wie Jugendliche Fake News enttarnen

Lena Vogel (25) beispielsweise studiert an der Universität Bielefeld Politische Kommunikation im Master. Sie hat ein Projekt zum Thema Fake News für Jugendliche ab 14 Jahren entwickelt: „You are fake – der Nachrichtencheck“. Die Teilnehmenden sollen journalistische Arbeitsweisen kennenlernen und eigene Nachrichtenclips produzieren, in denen sie ein und dieselbe Information entweder positiv oder negativ vermitteln. Außerdem üben die Jugendlichen, Fake News zu enttarnen, und sie lernen die lange Geschichte gefälschter Nachrichten kennen. „Ziel ist es, dass die Jugendlichen ein medienkritisches Verhalten entwickeln und nicht alles glauben, was sie im Netz sehen“, erklärt Lena Vogel. Ihr Projekt ist bisher nur eine Idee, soll aber so oder ähnlich bald in Haus Neuland angeboten werden – zum Beispiel in Workshops in Haus Neuland, die die 25-Jährige als Teamerin mit betreut.

Die Welt entdecken – analog und digital

Mia Werk (46) ist Sozialkompetenztrainerin aus Rees und arbeitet in verschiedenen Einrichtungen am Niederrhein und im Ruhrgebiet. Ihr Thema: „Analog vs. Digital – ‚Realitätstransfer auf Augenhöhe‘ oder ‚Eintauchen in die Lebenswirklichkeit des 21. Jahrhunderts‘“.  Hinter dem Titel steckt ein Klassenfahrtprojekt für Kinder und Jugendliche aus sozialen Brennpunkten. „Wir wollen die analoge und die digitale Welt miteinander verknüpfen und setzen dazu verschiedene Bausteine ein: Erlebnis- und Selbstbehauptungsteile, Bilder- und Comicrätsel mit dem iPad, Geschichten schreiben und einen Actionbound, also eine digitale Rallye zum Thema Mobbingprävention“, berichtet Mia Werk, die bereits mit zwei Kooperationspartnern im Ruhrgebiet in den Vorbereitungen für ihr Projekt steckt. „Ich möchte den Kindern die Möglichkeit geben, die Welt selber zu entdecken und sie nicht allein im Handy zu erleben. Das Sehen, Fühlen und Erfassen ist ein ganz wichtiger Baustein, ohne den wir keine Empathie empfinden können“, weiß die Sozialkompetenztrainerin. Daneben ist der Partizipationsgedanke Grundlage des Projektes. Die Kinder bestimmen vor und während der Fahrt alles mit, treffen Entscheidungen gemeinsam in der Gruppe und erlernen so Basiselemente des demokratischen Zusammenlebens. Durch das Einbinden digitaler Tools lernen sie neue Möglichkeiten der Partizipation kennen.

Schüler gestalten Zukunft mit

Joscha Conze (34) aus Bielefeld arbeitet an der Kopernikus-Förderschule in Rheda-Wiedenbrück. In seinem pädagogischen Alltag erlebt er zwei Dinge immer wieder: „Zum einen unterrichten wir oft an der medial beeinflussten Lebenswirklichkeit der Jugendlichen vorbei. Und zum anderen haben viele Schüler ein Gefühl der Ohnmacht, weil sie nichts mitbestimmen dürfen“, sagt Conze. Sein Projekt „Zukunft gestalten – Wir entscheiden mit!“ soll das ändern. Es richtet sich an Neunt- und Zehntklässler und ist auf zwei Jahre angelegt. Zu den Projektphasen gehören eine Zukunftswerkstatt, in der eigene Themen und Wünsche gesammelt werden, die Wahl eines Standortparlaments, das sich für Schülerinteressen einsetzt, ein Gewaltalternativtraining und praktische Arbeit mit digitalen Medien. Conze betont: „Ich möchte, dass die Jugendlichen das Gefühl haben, Dinge mitgestalten zu können, dass sie sich selbst als Entscheider wahrnehmen und Verantwortung für sich und andere übernehmen.“

Jetzt anmelden zur Zertifikatsfortbildung 2018!

Die nächste Zertifikatsfortbildung „Train@JuMP – Fachkraft für politische Jugendmedienbildung“ beginnt im Januar 2018 in Haus Neuland. Interessierte können sich jetzt anmelden; ein paar Plätze sind noch frei. Das Projekt JuMP wird unterstützt durch das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport NRW. Dank der Förderung kostet die Teilnahme an allen fünf Modulen pro Person einmalig nur 333,- Euro, inklusive Programm, Übernachtung und Verpflegung.

Informationen zu Inhalten, Terminen und Anmeldemöglichkeiten gibt es auf der JuMP-Homepage www.jump-nrw.de unter dem Menüpunkt „Angebot für pädagogische Fachkräfte“ oder bei Silke Maaß in Haus Neuland, Telefon 05205/9126-30, s.maass(at)­haus-neuland.de.

Kontakt für die Presse

Christina Ritzau
Referentin für Öffentlichkeitsarbeit / Online-Redaktion JuMP
fon: 05205 9126-63
c.ritzau(at)­haus-neuland.de