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30.05.2016

Einladung zur Ausstellung "Bildkorrektur – Bilder gegen Bürgerängste"

15 Zeichner haben an der Ausstellung "Bildkorrektur" gearbeitet.

15 Zeichner haben an der Ausstellung "Bildkorrektur" gearbeitet.

Angst ist ein schlechter Ratgeber – und doch kann sie unterhaltsam und bunt sein. Das beweist das Projekt „Bildkorrektur – Bilder gegen Bürgerängste“. 15 bekannte deutsche Zeichner haben sich dafür zusammengetan und die Top 15 der Besorgte-Bürger-Ängste im Zusammenhang mit der Flüchtlingsbewegung illustriert. Dem gegenüber stehen Bilder, die die reale Situation skizzieren, unterstrichen durch gut recherchierte Fakten und Zahlen. Vom 9. Juni bis 31. August 2016 wird die Schau „Bildkorrektur“ im Bildungszentrum Haus Neuland präsentiert.

Die 15 Bilderpaare im comicartigen Stil veranschaulichen Befürchtungen, die mit der aktuellen Flüchtlingssituation laut geworden sind – zumeist aus Sicht der Deutschen: „Wir verlieren unsere Kultur.“ – „Die Flüchtlinge bringen den Islamismus zu uns.“ – „Denen geht es gar nicht so schlecht. Die haben alle teure Handys.“ Und viele andere mehr.

Die Zeichner wollen Ängste zerstreuen

Die Zeichner sind überzeugt: „Viele Ängste im Zusammenhang mit Flüchtlingen sind faktisch unbegründet, aber nur wenige wissen das.“  Sie wollen gegensteuern und Ängste zerstreuen. „Zahlen können helfen Vorurteile und diffuse Ängste abzubauen. Aber Zahlen haben einen klaren Nachteil: Sie sind langweilig“, heißt es in der Projektbeschreibung von „Bildkorrektur“. „Hier kommen wir ins Spiel, denn wir arbeiten mit der Macht der Bilder.“ Weil bunte Bilder besonders viel Macht haben, nennt das Zeichenteam sich „Die bunte Seite der Macht“.

Eigentlich ist die Bilderschau für die Verbreitung im Internet konzipiert worden. Die Ängste in rot, die Realität in blau, comichafte Zeichenstile – so kann die Aussage der prägnanten Illustrationen auch im „Vorbeiscrollen“ zumindest ansatzweise aufgeschnappt werden. Davon war Johanna Gesing, Medienpädagogin im Haus Neuland, so begeistert, dass sie die Zeichnungen mehr Raum geben wollte – als großformatige Drucke und im Rahmen einer Ausstellung. „Durch die Darstellung in Bildern werden die Inhalte gut erinnert und eignen sich besonders auch für die Arbeit mit Jugendlichen. Daher können wir sie sehr gut in unsere Seminare einbinden“, sagt Johanna Gesing.

Vernissage mit Künstlergespräch

Zur Eröffnung der Ausstellung am Donnerstag, 9. Juni 2016, hat sie den Künstler Hamed Eshrat eingeladen. Er ist einer der Zeichner im Projekt „Bildkorrektur“  und wird bei der Vernissage Einblicke in die Entstehung und Umsetzung der Ausstellung geben. Hamed Eshrat ist in Bünde (Kreis Herford) aufgewachsen. Heute wohnt der 36-Jährige in Berlin. Anfang des Jahres hat der deutsch-iranische Zeichner seine Graphic Novel „Venustransit“ veröffentlicht. Hauptfigur ist der Zeichner Ben, der im turbulenten Berlin versucht, sich selbst zu verwirklichen.

Der Eintritt zur Vernissage ist frei, um eine kurze Anmeldung im Haus Neuland wird gebeten unter 05205/9126-0. Die Ausstellung kann montags bis samstags zwischen 10 und 17 Uhr und sonntags zwischen 10 und 14.30 Uhr besichtigt werden.